Vogesentour mit unseren Freunden

Am Sontag, den 24. September, trafen wir uns zu einer gemeinsamen Wanderung in den Hochvogesen. Das Wanderziel für die Kurz- und Lang-Wanderer war der große Belchen (Grand Ballon).
Da es in unsere Raumschaft 3 Belchen gibt, (Belchen Schwarzwald, Belchen Elsass, Belchen Flüh in der Schweiz), die im fast rechten Winkel zu einander liegen. Das hatten die Kelten schon gewusst, weiß der Wanderführer Christian Wacker zu berichten. Dieses Belchen-System wurde vermutlich von den Kelten zur Bestimmung der Jahreszeiten verwendet. Interessant ist, dass alle diese Berge “Belchen” genannt werden (keltischer Sonnengott: Belenus). Der wichtigste Belchen für die Kelten war wahrscheinlich der Ballon d’Alsace. Steht man auf dem Ballon d’Alsace, so sieht man an den Tagen der Tagundnachtgleiche (Frühling: 21/22. März, Herbst: 22/23.September) über dem Belchen im Schwarzwald die Sonne aufgehen. Umgekehrt sieht man auf dem Schwarzwälder Belchen an diesen Tagen die Sonne über dem Ballon d’Alsace untergehen. Steht man auf dem Ballon d’Alsace, so sieht man am Tag der Wintersonnenwende (21. Dezember – es ist der kürzeste Tag) die Sonne über dem Belchenflue in der Schweiz aufgehen, am Tag der Sommersonnenwende (21. Juni – es ist der längste Tag) sieht man die Sonne über dem Petit Ballon d’Alsace aufgehen.

Bei schönen Wanderwetter begann die Tour etwas turbulent hinter der Ortschaft Guebwiller. Der Bus fuhr zu weit und so musste man ca. 2,5 km zurück wandern. Der Wanderweg war ein Augenschmaus. Über schöne Wanderwege schlang sich der Weg hin in die Höhen. Galt es doch 900 Höhenmeter zurückzulegen. Bei dem Karst See, Lac du Ballon, legte man eine Mittagspause ein. So manch ein Wanderer stieß an seine körperlichen Grenzen. Aber nichts half, es ging nach der Stärkung weiter hoch in die Höhen. Über der Baumgrenze wurde die Mühe gelohnt mit einer schönen Aussicht ins das Rheintal. Den Schwarzwald konnte man nicht sehen, auch nicht die Berner Alpen wie von unserem Wanderführer Emil Rapp aus dem Elsass versprochen. Die Kurzwanderer starteten bei Markstein und durften 300 Höhenmeter zurücklegen. Die Fernsicht war aber auch bei dieser Gruppe nicht gegeben. Alle Wanderer gingen zu dem Grand Ballon hoch um auch nach Frankreich zuschauen. In dem Berghotel Chalet du Grand Ballon tauschten sich die beiden Gruppen aus über die Erlebnisse bei der Wanderung. Bei der Heimfahrt kamen wir noch bei den Schlachtfeldern des 1 Weltkrieges vorbei (Hartmannweilerkopf). Ist dieser Ort ein Mahnmal für die Geschichte Europas. Die Wahlergebnisse über das Radio löste Bestürzung aus, ist dies ein Zeichen gegen die Toleranz. Wir die Wanderfreunde aus dem Elsass Selestadt und Baden Ettenheim-Herbolzheim wollen uns wieder im Jahr 2018 treffen und unserer Freundschaft bekunden.

Wanderführer Christian Wacker