Schwarzwaldverein im Landtag

Auf Einladung der Grünen Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Sandra Boser machten sich vergangenen Donnerstag, den 16. Mai 2019 eine Gruppe von 25 Wanderfreudigen aus Ettenheim auf den Weg nach Stuttgart, um einen typischen Plenartag im Landtag mitzuerleben.
Nach pünktlicher Ankunft am Landtag schwärmte die sportliche Wandergruppe, allesamt bekleidet mit grünem Vereins-T-Shirt in die Stuttgarter Shoppingmeile Königsstraße aus, um sich nach der Busfahrt ein wenig die Beine zu vertreten. Auf Einladung von Frau Boser Bevor stärkten sich im Anschluss alle vereint zum Mittagessen im Restaurant „Tempus“ bevor es mit dem Programm im Landtag losging. Der Besucherdienst empfing die Gruppe vor dem Landtag und lud zur informativen Einführung in den Parlamentsbetrieb im Medienzentrum ein. Im Anschluss erlebte die Gruppe auf der Besuchertribüne des Plenums sogleich eine lebhafte Debatte zur ersten Beratung des Gesetzesentwurfs der AfD-Fraktion zur „Einführung des neuen neunjährigen Gymnasiums in Baden-Württemberg“, bei der sie die Landtagsabgeordnete Sandra Boser als Rednerin vor dem Plenum erleben konnten . Aufgrund anderer Position der restlichen Fraktionen zu diesem Thema, verlief die Debatte allein schon wegen zahlreicher Zwischenrufe und teilweise aufgeheizter Redebeiträge ungewöhnlich laut.
Sandra Boser nahm aber als Bildungspolitische Sprecherin der Grünen Fraktion ruhig und sachlich Stellung in Ihrem Redebeitrag, verteidigte das achtjährige Gymnasium (G8) und nahm eindeutig Abstand von dem Gesetzentwurf der AfD. Vielmehr verdeutlichte sie in Ihrer Rede, dass der eingeschlagene Weg mit wachen Augen weitergegangen werden sollte: „In den letzten 15 Jahren wurde viele Anpassungen an den Schulen vorgenommen, beispielsweise im Bildungsplan und in pädagogischen Konzepten, um das G8 gut umzusetzen. Ich bin davon überzeugt, dass es nicht entscheidend für den Lernerfolg ist, ob das Gymnasium acht oder neun Jahre dauert, dies haben wissenschaftliche Studien bereits im Übergang von G9 auf G8 gezeigt, sondern wichtig ist ein gutes pädagogisches Angebot. Die Möglichkeit zum Abitur in neun Jahren über den Weg der beruflichen Gymnasien hat sich in Baden-Württemberg bewährt, hinzu kommt seit einigen Jahren das durchgängig gymnasiale Angebot an den Gemeinschaftsschulen.“ Ihr Beitrag wurde fraktionsübergreifen mit Beifall quittiert.
Auch im Anschluss erhielten die Besucher*innen aus Ettenheim interessante Einblicke in den Arbeitsalltag der Landtagsabgeordneten. Im persönlichen Gespräch mit Sandra Boser im Hausmannsaal wurde in der Gruppe die Frage angesprochen, wie ein üblicher Arbeitstag der Abgeordneten aussähe: „Es gibt keinen geregelten Arbeitsablauf. In den Plenarwochen habe ich Sitzungen und Plenum in Stuttgart und in den Informationswochen bin ich im Wahlkreis unterwegs und nehme Termine und Einladungen wahr und spreche mit Verbänden wie z.B. der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft.“ Darüber hinaus wollten die Mitglieder des Schwarzwaldvereins Ettenheim gerne wissen, wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu bewerkstelligen sei. „Ich habe das große Glück, dass mich meine Familie, mein Mann und die Großeltern in meiner Arbeit unterstützen.“ so Sandra Boser. „Meine Kinder sagen mittlerweile vor den Wahlen, `Mama, hoffentlich wirst Du wieder gewählt`.“
Darüber hinaus wurde in der Gruppe noch über die Themen G8, Zweisprachigkeit in Grundschulen, den Einsatz von Glyphosat in der Landwirtschaft und die Verbilligung des öffentlichen Verkehrs durch die Grünen im Landtag gesprochen.
Leider war die Zeit viel zu schnell vorbei und die Gruppe wurde vom Besucherdienst abgeholt. Nach einer ruhigen Busfahrt gelangten alle Teilnehmer*Innen der Besucherfahrt wieder wohlbehalten in ihre Heimatgemeinden zurück.

Im Bild: Sandra Boser mit dem Schwarzwaldverein Ettenheim

Bild: Wahlkreisbüro Sandra Boser